2016
Fallschirmseide · Acrylglas · Metall
H ca. 3 m · Ø ca. 6 m
Am Boden überlagern und winden sich geballte Stoffmassen. Hieraus formen sich Strukturen, die fließend in die Vertikale übergehen. Ein luftiges, halbtransparentes Gebilde steigt aus der Masse empor und verdichtet sich zu einer geheimnisvollen, anthropomorphen Gestalt. Die Seide eines ausgemusterten Militärfallschirms erhebt sich zu neuer Leichtigkeit — es wandelt sich die einstige Bedeutung.
„Cosma" entstand als eine Hommage an Jacqueline Diffring. J. Diffring ist eine bis heute tätige Bildhauerin, welche zu Zeiten des Dritten Reiches aus Koblenz floh. Nach dem Krieg kehrte sie für einige Jahre zurück, um schließlich für immer nach Frankreich auszuwandern. Ihre Bronzen sind stark biografisch geprägt.
Verbindendes Element zwischen Diffrings und Brahms Arbeit ist das einst regional bedeutende Koblenzer Textilgeschäft „Pollack", das die Eltern der Bildhauerin seit 1949 führten. Die Großmutter von Iris Brahm half im Gründungsjahr für einige Monate als Näherin dort aus und besuchte das Geschäft fortan regelmäßig, um Stoffe und insbesondere Fallschirmseide für den Bau von Drachen zu kaufen. Durch diese persönliche Verknüpfung ist „Cosma" inspiriert.